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Mai 18

Euro muss sterben, damit WiWo leben kann!

An dieser Stelle ein herzliches Dank an  die deutsche Wirtschaftspresse – angesichts der Eurokrise wird alles getan, damit es uns Lesern nicht langweilig wird. Und weil zwei Wirtschaftstitel für mindestens drei Meinungen gut sind,  hier ein Blick auf die schönsten Schlagzeilen.

Zum Beispiel die Wirtschaftswoche, die in ihrer aktuellen Ausgabe versuTodesanzeige für den Eurocht, die Wogen zu glätten. Und wie könnte man der grassierenden D-Mark Nostalgie besser vorbeugen, wie könnte man den besorgten Menschen eher helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren, als mit einer Todesanzeige für den Euro? Gottseidank scheint niemand mehr die Wirtschaftwoche ernstzunehmen, denn von panischen Bankenstürmungen wie 1929 wurde mir bisher nicht berichtet. Das Öl, dass die Wirtschafswoche in das Feuer gießen wollte, scheint nicht gezündet zu haben.

Die Financial Times Deutschland hingegen findet es gar nicht so schlimm, wenn der Euro etwas volatiler, also gemeinhin beweglicher wird. Schließlich ist eine Währung, die vor allem stabil ist, eine behäbige und träge Angelegenheit, gerade so wie die alte Bundesrepublik. Dementsprechend titelt sie heute auch “Der Euro stürzt ab – na und?” und berichtet, dass gerade exportorientierte Unternehmen davon profitieren, dass deutsche Produkte auf dem Weltmarkt billiger werden. Was die Wirtschaftswoche übrigens auch weiß – aber ihr geht es vor allem darum, die Ersparnisse derjenigen zu schützen, die in den 70ern und 80ern von den deutschen Exporten profitiert haben. Wirtschaftswachstum steht so praktisch unter dem Verdacht der sozialistischen Umverteilung.

Währenddessen ist mir auch noch ein interessanter Artikel von Paul Krugman über die notwendigen Strukturanpassungen in Griechenland aufgefallen – Estland und Lettland, die immer als positive Beispiele genannt werden, hatten am Ende ihrer Strukturanpassung an die Euro-Zone eine Arbeitslosigkeit von ca. 20 Prozent und ein um 20 bis 26 % geschrumpftes BIP. Tu felix Graecia!

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